RUAG stärkt seine Rolle als strategischer Partner im sicherheitspolitischen Umfeld der Schweiz
RUAG baut seine Position als leistungsfähiges, bundeseigenes Sicherheitsunternehmen weiter aus und nimmt eine zunehmend zentralere Rolle im sicherheitspolitischen Umfeld der Schweiz ein. Mit zukunftsweisenden Projekten wie «RIGI», einer konsequenten Ausrichtung auf die Unterstützung der Schweizer Armee sowie einem verstärken Fokus auf Digitalisierung und C5I treibt das Unternehmen seine strategischen Ziele voran. Gleichzeitig werden eingeleitete Veränderungsprozesse weitergeführt, die Unternehmenskultur gestärkt und die operative Leistungserbringung gegenüber dem Hauptkunden – der Schweizer Armee – weiter verbessert.
- Markt und Kunden – AIR
- Markt und Kunden – SENSORS, COMMUNICATION & GROUND
- Markt und Kunden – C5I
Position als nationaler Sicherheitspartner weiter gestärkt
Mit dem Projekt «RIGI» übernimmt RUAG eine zentrale Rolle in einem Zukunftsweisenden Vorhaben der Schweizer Luftverteidigung. Zusammen mit den laufenden Projekten unterstreicht es die ambitionierte Strategie des Geschäftsbereich AIR.
Teilendmontage von F-35A-Kampfflugzeugen in der Schweiz
Mit dem Projekt «RIGI» stärkt RUAG die Rolle als nationaler Sicherheitspartner: Am Standort Emmen werden vier der geplanten 36 Kampfflugzeuge des Typs F‑35A endmontiert und getestet. Durch den Aufbau von F-35A-Kompetenzen sichert das Unternehmen langfristig entscheidendes Knowhow in den Bereichen Betrieb, technische Systembetreuung und Instandhaltung zu Gunsten der Armee. So trägt RUAG wesentlich zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der Schweizer Luftwaffe bei.
EC635-Werterhalt
RUAG stellt den langfristigen Werterhalt der 18 EC635 Helikopter der Schweizer Armee sicher. Die seit fast 20 Jahren im Einsatz stehenden Helikopter haben inzwischen über 100 000 Flugstunden absolviert und sollen bis 2040 voll einsatzfähig bleiben. Dank langjähriger Erfahrung und erfolgreicher Umbauprojekte bietet RUAG eine ganzheitliche Modernisierungslösung mit folgenden Schwerpunkten:
- Steigerung der Betriebssicherheit und Gewährleistung der Einsatzfähigkeit im NATO-Netz
- Reduktion der Lebenszykluskosten und Minimierung der Obsoleszenzrisiken
- Integration moderner Systeme für Kommunikation, Navigation und Kollisionswarnung
- Harmonisierung der taktischen Kommunikationmit Plattformen wie TH18
- Weiterverwendung bestehender Infrastruktur (u.a. Ausbildungsmittel und Support-Equipment)
Modernisierung PC-7
Im Rahmen des Werterhaltungsprogramms Pilatus PC‑7 WE übernimmt RUAG gemeinsam mit Pilatus Aircraft Ltd. als technischer Gesamtpartner die umfassende Modernisierung der 27 Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe. Die erste Projektphase «vorgezogene Begleitmassnahmen» verläuft planmässig: Insgesamt wurden bereits 25 Flugzeuge erfolgreich umgerüstet – davon 14 durch RUAG am Standort Lodrino und elf durch Pilatus in Stans. Die zweite Projektphase wurde initialisiert und läuft bis 2030. Mit diesem Programm wird gewährleistet, dass die PC-7-Flotte auch künftig – mindestens bis 2040 – einsatzfähig bleibt. So leistet RUAG einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der Pilotenausbildung der Schweizer Luftwaffe.
Volle Unterstützung für die Schweizer Armee
Der Verkauf der verbleibenden Leopard-1-Panzer aus dem Bestand in Italien ist für RUAG ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Die Projekte im Geschäftsbereich Sensors, Communication & Ground richten sich noch intensiver auf den Kernauftrag aus: Die Unterstützung der Schweizer Armee.
Verkauf Leopard-1-Panzer
RUAG hat sämtliche 96 in Italien stationierten Panzer des Typs Leopard 1 sowie die dazugehörigen Ersatzteile an die Rheinmetall Landsysteme GmbH verkauft. Ein Weiterverkauf der Panzer oder Ersatzteile an die Ukraine ist vertraglich ausgeschlossen. Das Geschäft ist für RUAG profitabel und stellt einen weiteren bedeutenden Schritt im Abbau der Altlasten dar.
Instandsetzung Panzer 87 Leopard WE
Der Panzer 87 Leopard (Leopard 2) wurde im Jahr 1987 bei den mechanisierten Verbänden der Schweizer Armee eingeführt. Mit einem im Rahmen des Rüstungsprogramms 2025 beantragten Verpflichtungskredits sollen notwendige Instandsetzungsarbeiten vorgenommen werden. Beim Erstellen dieses Geschäftsberichts befindet sich RUAG in den abschliessenden Vertragsverhandlungen mit armasuisse. Der Vertrag umfasst inhaltlich die folgenden Tätigkeiten:
- Getrieberevision (80 Einheiten) beim Panzer 87 Leopard WE, dem Genie- und Minenräumpanzer und dem Bergepanzer
- Ersatz von diversen abgenutzten Komponenten
- Umbau Feuerleitrechner und technische Änderungen an der Waffenanlage bei den Kampfpanzern, damit neuartige Mehrzweckmunition verschossen werden kann
- Werterhalt Bergepanzer; Einbau Rückfahrhilfe für das Bergen unter Schutz sowie Ersatz von verschiedenen Fahrzeugkomponenten
Ersatz Integriertes Militärisches Fernmeldesystem (Ersa IMFS)
Ersa IMFS ist das taktische Kommunikationsnetz für die digitale und sichere Sprach- und Datenkommunikation der Schweizer Armee. Das Projekt ist weiterhin auf Kurs: RUAG hat 2025 die erweiterte Beschaffungsvorbereitung erfolgreich abgeschlossen. Durch die Unterzeichnung des Rahmenvertrags mit armasuisse wurde die Beschaffungsphase eingeleitet.
Munitionsentsorgung
RUAG betreibt in Altdorf eine Anlage für umweltgerechte Munitionsentsorgung. Die ausgewiesenen Kompetenzen in diesem Bereich sowie die wissenschaftlich-technische Erfahrung aus Grossprojekten kann RUAG in die Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz einbringen.
Zudem unterzeichnete das Bundesamt für Rüstung armasuisse in Zusammenarbeit mit RUAG mit der US Army Europe einen Erstauftrag zur Munitionsentsorgung für die US-Armee. Durch das Pilotprojekt soll der Know-how-Erhalt in der Schweiz langfristig sichergestellt werden.
Strategischer Fokus auf die Digitalisierung
Ein durchgängig digitalisiertes Gesamtsystem für die Schweizer Armee gewinnt zunehmend an Bedeutung. Um diese Entwicklung gezielt zu unterstützen, hat RUAG die «Strategie C5I» als Teil der Unternehmensstrategie initialisiert. In diesem Rahmen agiert RUAG als «Test- und Integrationspartner» der Armee und treibt insbesondere den Ausbau des C5i-Campus als Innovationsraum für sichere IT-Lösungen voran.
Stärkung des Geschäftsbereichs C5I
Im Berichtsjahr wurde der Geschäftsbereich C5I (Command, Control, Computers, Communications, Cyber und Intelligence) als fester Bestandteil der Geschäftsleitung der RUAG MRO Holding AG etabliert. Dieser Bereich übernimmt künftig die zentrale Rolle als «Test- und Integrationspartner» der Schweizer Armee mit besonderem Fokus auf das Kommando Cyber.
Ein Schlüsselelement dieser Ausrichtung ist der C5I-Campus in Thun – ein Innovationsraum für hochsichere IT-Systeme. Das Herzstück bildet das SNFW-Lab (Sensor-Nachrichten- Führungs Wirkungsverbund), das auf die schnelle Integration von Lösungen der Schweizer Armee ausgerichtet ist. Der C5I-Campus wird modular, schrittweise und entlang der Markt- und Kundenbedürfnisse zu einem umfassenden Ökosystem weiterentwickelt. Darüber hinaus plant RUAG in der Westschweiz einen weiteren Innovationsraum, in dem bis in zehn Jahren rund 100 Mitarbeitende tätig sein sollen.
Von der «Strategie C5I» zum Rahmenvertrag
Zur Operationalisierung der «Strategie C5I» wurden im Berichtsjahr diverse strategische Umsetzungselemente definiert. Dazu gehört der Rahmenvertrag «Einsatzkritische IKT Kdo Cyber» zwischen armasuisse und RUAG. Der Vertrag soll die gemeinsame Planungssicherheit und eine effizientere Zusammenarbeit zwischen dem Kommando Cyber und dem Geschäftsbereich C5I gewährleisten. Der Vertragsabschluss wird im Frühjahr 2026 erwartet.
CFBLNet
Mit armasuisse konnte RUAG ein weiteres strategisches Schlüsselprojekt abschliessen: den Zehnjahresvertrag für den Bau und Betrieb des CFBLNet (Combined Federated Battle Laboratories Network). Damit entsteht im C5ICampus eine schweizweit einzigartige Umgebung, in der Interoperabilitätsstandards geprüft, verifiziert und weiterentwickelt werden können.
Aus «Guardian» wird «Secure Mobile Services C5I»
Mit dem im Jahr 2022 gestarteten Programm «Guardian» verfolgt RUAG das Ziel, eine sichere, mobile Plattform zu entwickeln. Im Berichtsjahr wurde das Programm als «Secure Mobile Services C5I» in den Geschäftsbereich C5I überführt. Durch die strategische Neuausrichtung liegt der Fokus auf europäischen Endgeräten in Kombination mit dem Open-Source-Betriebssystem GrapheneOS. Dadurch entsteht die Grundlage für eine sichere und zukunftsorientierte mobile Lösung für die Schweizer Armee.